
Die Hamburger Theaternacht, in der rund 40 Bühnen die Saison mit einem gemeinsamen Paukenschlag eröffnen, findet einmal jährlich Anfang September statt. Dabei zeigen die Hamburger Theater eine ganze Nacht lang ihre Vielfalt, ihre Einzigartigkeit und ihre Unverwechselbarkeit. Die Besucher erhalten dabei Einblicke in die aktuellen Produktionen der Theater: aufwändige und puristische Inszenierungen, Traditionelles und Avantgardistisches, Gesprochenes und Gesungenes, Tragisches und Komödiantisches, Getanztes und Improvisiertes. Jedes Theater ist für die Gestaltung seines Programms in dieser Nacht selbst zuständig, die Koordination und die Vermarktung übernimmt die Agentur Inferno Events in Hamburg. Mit dabei sind die die großen wie die kleinen, die bekannten wie die unbekannten, die staatlichen und die privaten, die subventionierten und die nicht geförderten Bühnen der Hansestadt. In 2006 genossen rund 17.000 Besucher das bunte Treiben, die teilnehmenden Bühnen verzeichneten über 80.000 Besuche. Nicht zuletzt deswegen ist die Hamburger Theaterlandschaft die wohl dynamischste, facettenreichste und intakteste in Deutschland. Die Schirmherrschaft der Veranstaltung liegt regelmäßig bei der/dem aktuellen Kultursenatorin/Kultursenator.
Die Hamburger Theaternacht hat sich seit ihrer Premiere im Jahre 2004 nicht nur zu einem kulturellen Höhepunkt des Jahres in der Hansestadt, sondern auch zu einem großen, sympathischen Happening entwickelt: Mit einem Ticket können die Gäste alle Theater besuchen, die mittlerweile nicht mehr nur im großen Saal, sondern auch in den Foyers, auf den Fluren in den Bars und sogar vor der Tür Programm anbieten. Programm gibt es außerdem auf den Alsterschiffen und in den Sonderbuslinien, die die Theater verbinden, sowie auf einer Open-Air Bühne, die jährlich an prominenter Stelle aufgebaut wird. Und zum Ausklang der Nacht feiern Publikum, Künstler und Theatermacher eine gemeinsame und rauschende Abschlußparty.
Der Verein „Hamburger Theaternacht e.V.“ ist das rechtliche Dach der Hamburger Theaternacht. Er wurde im Jahre 2006 als Nachfolger der „Lange Nacht GbR“ von Hamburgs Bühnen gegründet und ist vom Finanzamt Hamburg als gemeinnützig anerkannt worden. Im Verein „Hamburger Theaternacht e.V.“ sind die Bühnen der Stadt als Mitglieder zusammengeschlossen, die gemeinsam das Programm der Hamburger Theaternacht gestalten. Zweck des Vereins laut Satzung ist die Förderung von Kunst und Kultur im Bereich der Hamburger Theaterlandschaft, wobei dieser Zweck insbesondere verwirklicht wird, Zitat, „durch die jährliche Veranstaltung der ‚Hamburger Theaternacht’, einem Projekt, bei dem die Hamburger Theater ihre Vielfalt eine ganze Nacht lang abbilden und dem Besucher die Gelegenheit bieten, diese Vielfalt durch Auszüge aus aktuellen Programmen oder einmaligen Specials zu erleben. Den Besuchern wird dabei mit einem einzigen Ticket, welches auch die Beförderung von Ort zu Ort beinhaltet, die Gelegenheit geboten, aufwändige und puristische Inszenierungen, Traditionelles und Avantgardistisches, Gesprochenes und Gesungenes, Tragisches und Komödiantisches von kleinen und großen sowie bekannten und unbekannten Bühnen in kurzen Präsentationen zu erleben.“
Als zweites großes Ziel vergibt der Verein den „Rolf-Mares-Preis der Hamburger Theater“. Hierdurch sollen ungewöhnliche Leistungen im Bereich der Hamburger Theater gefördert und prämiert und die Öffentlichkeit auf diese Leistungen aufmerksam gemacht werden. Der Rolf-Mares-Preis wird von den Hamburger Theatern gemeinsam ausgelobt und ist damit neben der Hamburger Theaternacht die zweite große, langfristig angelegte Aktion, die die Hamburger Theater im engen Schulterschluss miteinander auf die Beine gestellt haben. Dabei arbeitet der Verein „Hamburger Theaternacht e.V.“ auch eng mit dem Deutschen Bühnenverein Landesverband Nord zusammen.
Der „Rolf-Mares-Preis der Hamburger Theater“ soll einerseits einen Spot werfen auf außergewöhnliche künstlerische Leistungen auf Hamburgs Bühnen und anderseits die Leistungsfähigkeit und die Vielfalt des Spektrums der Hamburger Theater in ganz unterschiedlicher Art und Weise aufzeigen. Die Preisträger werden von einer unabhängigen Jury ermittelt, und zwar in den Kategorien:
„Besondere Aufführungen“
„Außergewöhnliche Leistungen Darstellerinnen/Sängerin/Tänzerin“
„Außergewöhnliche Leistungen Darsteller/Sänger/Tänzer“
„Hausragende Bühnenbilder/Kostümbilder“
In jeder Kategorie werden drei gleichwertige Preise vergeben, wobei auch die unterschiedlichen finanziellen, personellen und räumlichen Möglichkeiten der Bühnen Berücksichtigung finden. So kann beispielsweise die Leistung eines Künstlers am Staatstheater gleichberechtigt neben der Arbeit eines Künstlers an einer Kleinstbühne stehen und prämiert werden. 2006, im ersten Jahr, betrug das Preisgeld insgesamt 24.000 Euro. Es wird finanziert aus dem „Kultureuro“, der in jeder Eintrittskarte zur Hamburger Theaternacht enthalten ist. Ab 2007 wird außerdem ein „Ehrenpreis“ vergeben, und zwar für langjährige, außergewöhnliche Leistungen abseits des Rampenlichtes der Bühne. Die Theater haben die Möglichkeit, in den entsprechenden Kategorien Empfehlungen an die Jury zu geben, wobei dies natürlich nicht eine Leistung des eigenen Hauses sein darf. Am Ende einer Saison verkündet die 9-köpfige Jury die Preisträger der jeweiligen Spielzeit. In einer großen Gala in einem der Hamburger Theater werden die Preise an die Preisträger vergeben.
Im Jahre 2007 hat die Mitgliederversammlung des Vereins „Hamburger Theaternacht e.V.“ die Kriterien für die Aufnahme neuer Theater (Mitglieder) und damit für eine Mitwirkung bei der „Hamburger Theaternacht“ und beim „Rolf-Mares-Preis der Hamburger Theater“ festgelegt. Antragsteller sollten demnach folgende Kriterien erfüllen:
Alle Interessenten, die unterhalb dieser Grenzen liegen, werden einer Einzelfallprüfung unterzogen. Sie können damit den Status eines „Gastes“ erreichen.
Download: Aufnahmeantrag.doc Aufnahmeantrag.rtf